Die übersehene Zutat
Wie Chromat an chromlegierten Heißteilen unter basisch-oxidischer Dämmung entsteht, warum es jahrzehntelang nicht als eigenes Thema geführt wurde und welche Pflichten daran hängen.
Chrom(VI) verstehen
Basische Oxide in Dämmstoffen oder im Brenngut reagieren oberhalb von etwa 300 °C mit vorhandenem Chrom zu Calcium- und Natriumchromat. Betroffen sind Ausbau, Reinigung, Revision und Rückbau.

Eine Luftmessung unterhalb von 1 µg/m³ hebt das Schutzregime für krebserzeugende Stoffe nicht auf, solange ruhende chromathaltige Stäube und Fasern jederzeit aufgewirbelt werden können oder Hautkontakt möglich ist. Sie bildet nur den inhalativen Pfad ab und nur den Zustand während der Messung.
TRGS 561, Abschnitt 5.9.3 Absatz 5 · TRGS 401, Tabelle 2Australien führt ab dem 1. Dezember 2026 für Chrom(VI)-Verbindungen keinen Arbeitsplatzgrenzwert mehr. An seine Stelle tritt die Pflicht, die Exposition zu beseitigen oder so weit wie vernünftigerweise praktikabel zu minimieren (SFAIRP, vergleichbar dem ALARP-Prinzip). Safe Work Australia, Workplace exposure limits for airborne contaminants, Inkrafttreten 1. Dezember 2026
Arbeitsfelder
Chromate bilden sich in situ, wo chromlegierte Heißteile im Betrieb mit Alkali- und Erdalkalimetalloxiden in Kontakt stehen. Diese Oxide stammen aus der Dämmung, an der die Bildung ab etwa 300 °C einsetzt, oder aus Aschen und Verbrennungsrückständen auf Rost und Heißteiloberflächen. In der Müllverbrennung entstehen Chrom(VI)-Verbindungen insbesondere beim Abfahren der Anlage, wenn Rost und Aschereste unter Sauerstoffzutritt abkühlen, sowie bei der Direktentschwefelung mit Calciumhydroxid oder Kalksteinmehl. Der chemische Vorgang ist in allen fünf Arbeitsfeldern derselbe; verschieden sind die Anlagen und die Tätigkeiten, bei denen die Chromate freigesetzt werden.
Gefährdungsbeurteilung, Risikokonzept, Expositionsverzeichnis
Bildungsweg, Probenahme und Analytik
Demontage, Dekontamination, Entsorgung
Oxidzusammensetzung als Kriterium der Beschaffung
Chromate in Aschen und Kesselablagerungen
Chromatexpertise
Im Lieferzustand ist kein Chromat vorhanden. Es bildet sich an der Grenzfläche zwischen Dämmstoff und Bauteil und nach jedem Hochfahren erneut. Welche Verbindung entsteht, hängt von den Oxiden im Dämmstoff ab.
Kolorimetrische Schnelltests übersehen laboranalytisch nachgewiesenes Cr(VI). Ein negativer Test hebt die Pflichten nicht auf.
Chromatsanierung
Die Sanierung beginnt bei der Demontage der Wärmedämmung und endet beim Entsorgungsnachweis. Dazwischen liegen staubarmes Arbeiten, Abschottung, persönliche Schutzausrüstung und die Dokumentation der Exposition.
Vorher
NachherVerbrennungsaschen
Die Müllverbrennung bringt die Oxide und den chromlegierten Stahl in derselben Anlage zusammen. Chrom(VI)-haltige Verbrennungsaschen sind ein eigenes Anwendungsfeld mit eigenen Fragen zu Probenahme, Einstufung und Entsorgungsweg. Der Einsatz in Krakau lief an der MVA Krakau.
Chromat-Kompendium
Das Kompendium sammelt, was veröffentlicht wurde. Jede Unterlage steht als Eintrag mit Titel, Datum und Sprache. Die beiden Werke selbst liegen auf cr6.info.
Wie Chromat an chromlegierten Heißteilen unter basisch-oxidischer Dämmung entsteht, warum es jahrzehntelang nicht als eigenes Thema geführt wurde und welche Pflichten daran hängen.
Welche Verwendungsverbote und Pflichten heute auf die entstandene Verbindung anzuwenden sind, und was der Beschränkungsvorschlag daran ändert.
Zum Herunterladen
Jede Unterlage steht als PDF zur freien Verwendung. Die Fachinformationen behandeln je ein Anwendungsfeld mit Sachverhalt, rechtlicher Einordnung und Schutzmaßnahmen.
Blog
Beiträge erscheinen in Deutsch, Englisch und Niederländisch. Jeder nimmt Bezug auf eine der beiden Fachanalysen und verweist dorthin.
Herstellerhinweise
Die Hinweise zur Chrom(VI)-Bildung an gedämmten Heißteilen werden seit November 2020 fortgeschrieben. Sie betreffen Abgasanlagen, Turbolader, Hitzeschilde, Dampfturbinen und gedämmte Rohrleitungen.
Das Netzwerk
Ein Netzwerk mit Trägern in Deutschland, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich. Es befasst sich mit der Entstehung von Chrom(VI)-Verbindungen an thermisch belasteten chromlegierten Bauteilen in Industrie, Energieerzeugung, Schifffahrt und Fahrzeugtechnik.